2.2. Startrampen-Linux aufsetzen

2.2.1. Der Zweck eines Startrampen-Linuxes

Es ist gut möglich, dass Sie während der gesamten Lebenszeit Ihres Rechners öfter
ein neues Betriebssystem installieren. Natürlich wissen Sie meistens vorher nicht, was
Ihnen das neue Betriebssysten bringen wird, ob es z.B. Ihre Erwartungen erfüllt
oder auch nicht. Es ist eine gute Idee, neue Betriebssysteme zum Testen in separaten
Partitionen zu installieren, während das Arbeitsbetriebssystem unangetastet bleibt.

Besonders nervt es, nach einer langen Installationsorgie eines neuen Betriebssystems,
das Bootmenü zeitraubend wieder in den Urzustand versetzen zu müssen.

Sie lösen das Problem, indem Sie sich Bootmenüs in zwei Ebenen auf dem Rechner
installieren.



2.2.1.1. Begriffsdefinition

Wir unterscheiden ab sofort zwischen zwei Bootmenü-Typen:

Ihre Festplatte kann grundsätzlich mehrere Bootsektoren haben. Die Festplatte
selbst (z.B. /dev/hda) hat ganz am Anfang einen Hauptbootsektor. Er wird
Master Boot Record oder kurz MBR genannt. Wenn Sie den
Rechner einschalten und das BIOS die Anweisung bekommt, ein Betriebssystem
von der Festplatte zu booten, dann schaut es immer erst in den MBR und führt den
dort befindlichen Maschinencode aus.

Eine Partition auf der Festplatte (z.B. /dev/hda1) hat ganz am Anfang ebenfalls
einen einen Bootsektor. Das ist der Bootsektor der jeweiligen Partition. Der Maschinencode
im MBR kann befehlen, dass der Maschinencode auf einem normalen Bootsektor ausgeführt werden
soll.

Ein Bootsektor (MBR oder normaler Bootsektor) enthält normalerweise sie Anweisung, ein
ganz bestimmtes Betriebssystem zu booten. Alternativ kann ein Bootsektor aber auch
ein Bootmenü enthalten, das den Anwender entscheiden lässt, welches Betriebssystem
genau im aktuellen Moment gebootet werden soll.



Typ 1: Globales Bootmenü

Das globale Bootmenü befindet sich auf dem MBR. Richten Sie das globale Bootmenü
so ein, dass jeder einzelne Eintrag in den Bootsektor einer Partition springt, um ein
dort gespeichertes Bootmenü auszuführen.



Typ 2: Lokales Bootmenü

Ein lokales Bootmenü befindet sich immer in einer Partition. Sie sollten sich die
lokalen Bootmenüs immer so einrichten, dass mindestens ein Menüpunkt zurück
zum globalen Bootmenü springt und mindestens ein anderer Menüpunkt das
auf der Partition befindliche Betriebssystem bootet.



2.2.1.2. Startrampen-Linux

Damit Sie das globale Bootmenü unabhängig von allen anderen auf Ihrer Festplatte befindlichen
Betriebssystemen verwalten können, sollten Sie sich auf einer sehr klein gehaltenen Partition
ein Linux installieren, das Sie nur für die Pflege des globalen Bootmenüs verwenden und
eventuell noch für die Partitionierung Ihrer Festplatte, jedoch für nichts anderes.
Dieses Linux wird Ihre Startrampen-Linux sein.



2.2.1.3. Vorteile

Die Vorteile eines Startrampen-Linuxes auf einem Blick:



2.2.1.4. Reserve-Startrampen-Linux

Bitte beachten Sie, dass Sie weniger Stress und weniger Arbeit haben, wenn Sie
auf Ihrer Festplatte auch eine Partition für ein Reserve-Startrampen-Linux
reservieren. Die Partition sollte in etwa die gleiche Größe haben, wie die des
Startrampen-Linuxes.








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